Kinderschutzfachkraft gem. § 8a

 

Unter § 8a SGB VIII hat der Gesetzgeber den allgemeinen Schutzauftrag der Jugendhilfe für den Fall der Kindeswohlgefährdung präzisiert und zusammengefasst.

Er gibt den Jugendämtern auf, dass sie bei „gewichtigen Anhaltspunkten“ für eine Kindeswohlgefährdung im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eine Risikoabschätzung vorzunehmen haben. Dabei sind die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche einzubeziehen.

Die Risikoabschätzung hat im Fachteam zu erfolgen, im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte und nicht allein durch die fallführende Fachkraft. Die fachkollegiale Beurteilung ist nach § 8a Abs. 1 SGB VIII Grundlage einer fachlich qualifizierten Einschätzung des Gefährdungs- und Hilfebedarfs. Die einzelne Fachkraft soll mit der Verantwortung nicht allein gelassen werden. Die Wahrnehmung und Bewertung der gewichtigen Anhaltspunkte sowie die Erarbeitung eines Schutzplans soll im Austausch mit mindestens einer weiteren Fachkraft erfolgen (Vier-Augen-Prinzip). Hier ist auch zwingend die Mitwirkung von Fachkräften außerhalb des Jugendamtes vorgegeben.

Die hinzugezogenen Fachkräfte sind ausschließlich in Bezug auf das von ihnen in der jeweiligen Einrichtung betreute Kind in den Schutzauftrag eingebunden.